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Lebensrechtsbewegung
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Die Lebensrechtsbewegung (auch Pro-Life, Lebensschutzbewegung, Abtreibungsgegner) ist eine soziale Bewegung, die Anfang der 1970er Jahre zunĂ€chst in den USA entstanden ist und sich primĂ€r gegen SchwangerschaftsabbrĂŒche richtet.cite-ref-1[1] Seit den 1990er Jahren setzt sie sich auch gegen Praktiken der Sterbehilfe, des Klonens, der PrĂ€nataldiagnostik und manche Gebiete der Biotechnologie, wie etwa verbrauchende Stammzellforschung und verbrauchende Embryonenforschung, ein.cite-ref-schirrmacher-2-0[2] Die gegensĂ€tzliche soziale Bewegung zum Thema Schwangerschaftsabbruch heiĂt Pro-Choice.
Contents
âą Begriff
âą Geschichte
âą 1960er Jahre
âą 1970er Jahre
âą 1980er Jahre
âą 1990er Jahre
âą 2000er Jahre
âą Seit 2010
âą Sterbehilfe
âą Methoden
âą Rhetorik
⹠AktivitÀten
âą Kontroverse
âą Wissenschaft
âą Gesellschaft
âą Denunziation
âą Gewalt
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Begriff
Der Begriff âPro-lifeâ wurde laut dem Oxford English Dictionary sowie dem Merriam-Websterâs Dictionary erstmals im Jahr 1971 verwendet.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4] In dem heute ĂŒblichen Sinne, das heiĂt als Bezeichnung fĂŒr die Ablehnung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen, wurde der Begriff allerdings erst am 18. Januar 1976 in einem Artikel der New York Times erwĂ€hnt.cite-ref-5[5]
Im deutschsprachigen Raum ist die Selbstbezeichnung von Gruppen, die sich gegen SchwangerschaftsabbrĂŒche organisiert haben, âLebensrechterâ oder âLebensschĂŒtzerâ. Nachdem 1991 das von Barbara Ritter, Mechthild Bock und Renate Wilke herausgegebene Buch Vorsicht âLebensschĂŒtzerâ: Die Macht der organisierten Abtreibungsgegner erschienen war, wurde die Bezeichnung âLebensschĂŒtzerâ von den Aktivisten als diskriminierend empfunden, so dass sie zeitweise auf den amerikanischen Begriff fĂŒr die Bewegung Pro-Life zurĂŒckgriffen.
Geschichte
1960er Jahre
Ab Mitte der 1960er Jahre begann ein historischer Wandel: Die ersten Antibabypillen kamen auf den Markt, etwa zur gleichen Zeit begann die so genannte sexuelle Revolution. Insbesondere vonseiten der Kirchen wurde die Antibabypille scharf kritisiert. Papst Paul VI. verurteilte 1968 in der Enzyklika Humanae vitae die Geburtenkontrolle durch kĂŒnstliche VerhĂŒtungsmittel und begrĂŒndete dies damit, dass jene auĂerehelichen Geschlechtsverkehr fördern wĂŒrden. In den evangelischen Kirchen gingen die Meinungen weiter auseinander als innerhalb der römisch-katholischen Kirche, doch auch hier fĂŒrchteten einzelne Vertreter einen Sittenverfall durch die freie VerfĂŒgbarkeit der Antibabypille.cite-ref-6[6]
Parallel dazu formierte sich die neue Frauenbewegung, die die Selbstbestimmung von Frauen ĂŒber ihre Schwangerschaften forderte. In der BRD wurde so die Reform des § 218 StGB öffentlichkeitswirksam diskutiert. Nachdem bereits zuvor in einigen europĂ€ischen Staaten der Schwangerschaftsabbruch in unterschiedlichem Umfang zugelassen worden war, schlug in den Vereinigten Staaten das American Law Institute 1962 eine Lockerung der entsprechenden Gesetzgebung vor. Dem schlossen sich im Laufe des Jahrzehnts weitere gesellschaftliche Gruppen an. Ab 1967 Ă€nderten im Zuge dessen immer mehr US-Bundesstaaten ihre Gesetze. 1967 entstand auch die erste amerikanische Lebensrechts-Organisation, die Virginia Society for Human Life, und 1968 mit dem National Right to Life Committee (NRLC) die Ă€lteste USA-weite Organisation dieser Art. 1968 wurde die Gesetzgebung zum Schwangerschaftsabbruch im Vereinigten Königreich reformiert.
1970er Jahre
1973 erlieĂ der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Entscheidung im Fall Roe v. Wade, die aus der Verfassung ein nicht ausdrĂŒcklich genanntes Recht auf PrivatsphĂ€re ableitet, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch einschlösse. Damit wurde der Abbruch auch in den 31 US-Bundesstaaten legal, in denen kein entsprechender Parlamentsbeschluss ergangen war. Im Gefolge dieser Entscheidung kam es zur GrĂŒndung zahlreicher Pro-Life-Organisationen. 1978 formierte sich die American Life League.
1972 wurde in der DDR mit dem Gesetz ĂŒber die Unterbrechung der Schwangerschaft die Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch eingefĂŒhrt. Ein entsprechender Versuch des Gesetzgebers in der Bundesrepublik Deutschland scheiterte 1975 an einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, woraufhin 1976 eine Neufassung des § 218 StGB, nĂ€mlich die Indikationslösung, in Kraft trat.
Die ersten Lebensrechtsgruppen in den frĂŒhen 1970er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland entstanden als Reaktion auf das Vorhaben zur Legalisierung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen und die öffentliche Diskussion um eine Reform des § 218. Sie grĂŒndeten sich explizit als Antagonistinnen zur Zweiten Frauenbewegung und anderen emanzipatorischen Bewegungen.cite-ref-7[7] 1974 grĂŒndete eine Gruppe von Studenten die Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle (ALfA). Als weitere Organisation folgte die christliche Bewegung fĂŒr das Leben/Aktion Leben e. V., 1979 gegrĂŒndet in Absteinach/Odenwald, die zusammen mit der EuropĂ€ischen Ărzteaktion und weiteren kleineren Gruppen den reaktionĂ€ren FlĂŒgel der Bewegung bildete und fĂŒr ihr aggressives Auftreten bei so genannten SĂŒhnemĂ€rschen und Demonstrationen bekannt war. Auf FlugblĂ€ttern und in der Zeitschrift Christ und Welt wurden SchwangerschaftsabbrĂŒche mit dem Holocaust verglichen und die Fristenlösung mit der Endlösung gleichgesetzt. Moderatere Gruppen der Lebensrechtsbewegung lehnten die Zusammenarbeit mit diesen Gruppen ab. Differenzen zwischen den einzelnen Gruppen betreffen jedoch nicht die Frage, was man politisch erreichen will, sondern Fragen der Strategie und des Images in der Ăffentlichkeit.cite-ref-8[8]
In Ăsterreich wurde 1975 eine Fristenregelung eingefĂŒhrt, dort trat als erste gröĂere Lebensrechtsorganisation die hauptsĂ€chlich im sozialen Bereich tĂ€tige Aktion Leben Ăsterreich auf den Plan. Die Schweizer Vereinigung Ja zum Leben entstand 1972 zur BekĂ€mpfung der 1971 lancierten Eidgenössischen Volksinitiative fĂŒr straflose Schwangerschaftsunterbrechung.cite-ref-9[9]
1980er Jahre
Mitte der 1980er Jahre grĂŒndeten sich mehrere deutsche Lebensrechtsorganisationen, so 1984 die Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V., zu der etwa Rainer Beckmann gehört, mit ihrer Zeitschrift fĂŒr Lebensrecht. 1985 wurden die Christdemokraten fĂŒr das Leben durch Parteimitglieder der CDU/CSU gegrĂŒndet.
In den 1980er Jahren versuchten deutsche Lebensrechtler eine VerschĂ€rfung des § 218 herbeizufĂŒhren, da eine soziale Indikation ihrer Meinung nach faktisch der vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig erklĂ€rten Fristenregelung gleichkĂ€me. AuĂerdem klagten sie erfolglos gegen die KostenĂŒbernahme von SchwangerschaftsabbrĂŒchen durch Krankenkassen, die in 90 Prozent aller SchwangerschaftsabbrĂŒche die Kosten ĂŒbernehmen.
Ebenfalls 1985 kam in der Schweiz die Initiative âRecht auf Lebenâ zur Abstimmung, die den Grundsatz âDas Leben des Menschen beginnt mit dessen Zeugung und endet mit seinem natĂŒrlichen Todeâ in der Verfassung verankern wollte. Die VerfassungsĂ€nderung wurde vom Schweizer Stimmvolk mit 70-prozentiger Mehrheit abgelehnt.
1990er Jahre
In den 1990er Jahren waren die Lebensrechtsgruppen in den USA zu einer Bewegung mit Millionen von AnhĂ€ngern angewachsen und ĂŒbten einen erheblichen gesellschaftlichen Einfluss aus. Im Gegensatz zu den VerhĂ€ltnissen in Europa spielt in den USA die politische Lobby-Arbeit der Lebensrechtsbewegung (Pro-Life) wie auch der BefĂŒrworter eines freien Schwangerschaftsabbruchs (Pro-Choice) eine ganz erhebliche Rolle im öffentlichen Meinungsbild.
In den Neuen BundeslĂ€ndern schlossen sich ab 1990 mehr 40 kleinere Lebensschutzgruppen und -initiativen zu dem Dachverband Kaleb zusammen, der ein christliches SelbstverstĂ€ndnis der Lebensrechtsbewegung formuliert und mittlerweile bundesweit organisiert istcite-ref-10[10] und unter anderem mit Beratungsstellen fĂŒr schwangere MĂ€dchen und Frauen mittlerweile bundesweit agiert.cite-ref-11[11]
1995 wurde in Deutschland die Indikationslösung durch eine Fristenregelung bei vorgeschriebener Beratung ersetzt. Die Auseinandersetzung der deutschen Lebensrechtsgruppen mit den regionalen Kirchen um den Beratungsschein spitzte sich zu. Viele Lebensrechtsgruppen wandten sich gegen den von der katholischen Kirche und den meisten evangelischen Kirchen in ihren Beratungsstellen ausgestellten Beratungsschein, der gesetzlich ab dem 1. August 1995 einzige Voraussetzung fĂŒr einen straffreien Schwangerschaftsabbruch war, da sie darin eine Mitwirkung der Kirchen an SchwangerschaftsabbrĂŒchen sahen. 1999 ordnete der Papst an, in katholischen Beratungsstellen keinen solchen Beratungsschein mehr auszustellen.
Die seit 2001 legalisierte Duldung der Sterbehilfe in den Niederlanden, in Belgien, in Oregon, Kolumbien und Teilen Australiens wurde zu einem zentralen Thema der Lebensrechtsbewegung, die sich strikt gegen die aktive Sterbehilfe wendet. Auch bioethische Themen (Hirntoddiskussion, Bioethikkonvention, Àrztlich assistierte Fortpflanzung) gewannen in der Lebensrechtsbewegung immer mehr an Bedeutung.
2000er Jahre
Im Zusammenhang mit den Klonversuchen an Tieren (z. B. dem geklonten Schaf Dolly) setzte sich die Lebensrechtsbewegung gegen das reproduktive sowie therapeutische Klonen ein. Weitere bioethische Themen kamen hinzu, beispielsweise Forschung und Eingriffe am menschlichen Erbgut oder Forschung an und mit embryonalen Stammzellen.
Im November 2000 reichten die Schweizer Lebensrechtsorganisationen die Volksinitiative âfĂŒr Mutter und Kind â fĂŒr den Schutz des ungeborenen Kindes und fĂŒr die Hilfe an seine Mutter in Notâ ein, die 2002 gleichzeitig mit einem von Lebensrechtsorganisationen und der Christlichdemokratischen Volkspartei eingereichten Referendum gegen die 2001 vom Parlament beschlossene Revision der Artikel 118â121 des Strafgesetzbuches (Fristenregelung) zur Abstimmung kam. Die Fristenregelung wurde 2002 in der Volksabstimmung mit 72,2 Prozent der Stimmen angenommen, die Initiative mit 81,8 Prozent abgelehnt.cite-ref-12[12]
Im Februar 2007 unterlag die Lebensrechtsbewegung beim Volksreferendum in Portugal, das mit rund 60 Prozent die Fristenregelung zum Schwangerschaftsabbruch bestĂ€tigte. 2009 kĂ€mpfte die Lebensrechtsbewegung in Spanien gegen einen Gesetzentwurf der spanischen Regierung zur Liberalisierung des spanischen Abtreibungsrechts und beteiligte sich an groĂen Demonstrationen, so an einer Kundgebung im Oktober 2009 in Madrid mit etwa 1,5 Millionen Teilnehmern.
Seit 2010
In Deutschland hob das Bundesverfassungsgericht im Juni 2010 in einem Einzelfall ein Unterlassungsurteil gegen öffentlichen Protest vor Abtreibungspraxen mit dem Verweis auf das Grundrecht der freien MeinungsĂ€uĂerung auf, wies allerdings einschrĂ€nkend darauf hin, dass bestimmte Protestaktionen durchaus auch verboten werden könnten, wenn etwa Patientinnen auf dem Weg in die Arztpraxis einem âSpieĂrutenlaufâ ausgesetzt wĂŒrden, da das Grundgesetz zwar die freie MeinungsĂ€uĂerung schĂŒtze, nicht aber Aktionen, die anderen eine Meinung aufdrĂ€ngen sollen.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Im September 2011 wurde in Liechtenstein in einer Volksabstimmung ein Antrag auf Legalisierung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen innerhalb der ersten zwölf Wochen abgelehnt.cite-ref-15[15]
Weltanschaulicher und philosophischer Hintergrund
Insgesamt ist die Lebensrechtsbewegung heterogen,cite-ref-16[16] so dass eine eindeutige soziologische Zuordnung nicht möglich ist. Innerhalb des Katholizismus, aber auch innerhalb des Protestantismus wird die Idee des Lebensschutzes intensiv vertreten. Dabei verstehen sich manche Organisationen als konfessionsĂŒbergreifend, andere als explizit protestantisch oder katholisch. So sind etwa in den USA christliche Gruppen in der Pro-Life-Bewegung besonders stark engagiert. Daneben gibt es aber auch andere Organisationen, die einen eher liberalen oder links-progressiven Hintergrund haben, oder sich selbst als feministisch bezeichnen.
Die Idee des Lebensschutzes wird teilweise religiös begrĂŒndet, indem man sich etwa auf das christliche Menschenbild beruft. US-amerikanische Lebensrechtsaktivisten stĂŒtzen sich auf christliche Theologie und religiöse Metaphern sowie deontologische Ethik.cite-ref-17[17] AuĂerdem greifen Lebensrechtsaktivisten auf aufklĂ€rerische Traditionen oder andere philosophische Theorien zurĂŒck. HĂ€ufig wird auf das beispielsweise von Immanuel Kant formulierte Argument verwiesen, wonach die WĂŒrde des Menschen gerade darin bestehe, niemals âMittel zum Zweckâ, also letztlich Objekt anderer, sondern immer âSelbstzweckâ zu sein. Lebensrechtler argumentieren, die Ablehnung aller SchwangerschaftsabbrĂŒche stehe auch in der Folge âabendlĂ€ndischer Werteâ. Um ihren Anspruch auf umfassende VerĂ€nderung der Gesellschaft in ihrem Sinne zu begrĂŒnden, stellt sich die Lebensrechtsbewegung als legitime Vertreterin unterschiedlicher moralischer Traditionen dar.cite-ref-18[18]
Nicht alle Lebensrechtsaktivisten erkennen wiederum jegliches Leben als schĂŒtzenswert an. Backhouse und Flanery (1992), Lippy (2006) und Ford (1994) zufolge lehnten LebensschĂŒtzer zwar SchwangerschaftsabbrĂŒche ab, manche befĂŒrworteten aber gleichzeitig die Todesstrafe.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Einer US-amerikanischen Umfrage aus dem Jahr 2011 zufolge unterstĂŒtzen 70 % der Republikaner und 85 % der AnhĂ€nger der Tea-Party-Bewegung, die sich als âpro-lifeâ identifizieren, die Todesstrafe.cite-ref-22[22]
Als Beginn des individuellen menschlichen Lebens wird die Befruchtung, also die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, angesehen, gleichgĂŒltig ob sie im Körper der Frau (in vivo) oder im Reagenzglas (in vitro) stattfindet. BegrĂŒndet wird dies in der Regel mit den Argumenten PotentialitĂ€t, IdentitĂ€t und KontinuitĂ€t: bereits ein Embryo besitze die Potenz, zu einem vollstĂ€ndigen Menschen heranzuwachsen, er sei identisch mit der Person, die er spĂ€ter und zeitlebens sein werde, und seine Entwicklung verlaufe kontinuierlich ohne wesensverĂ€ndernde Einschnitte.
Ein Abbruch der Schwangerschaft, die Verhinderung der Einnistung (Nidation) der befruchteten Eizelle oder auch die Zerstörung eines Embryos in vitro zu Forschungs- oder Therapiezwecken wird nach Auffassung der Lebensrechtsbewegung als Tötung eines Menschen in einem frĂŒhen Stadium seiner Entwicklung angesehen und könne deshalb nicht mit dem Hinweis auf andere WĂŒnsche (wie etwa dem der Frau nach Selbstbestimmung oder den eines kranken Menschen nach Gesundheit) gerechtfertigt werden. Auch VerhĂŒtungsmittel, die nicht die Befruchtung, sondern die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der GebĂ€rmutter verhindern, werden aus diesem Grunde abgelehnt.
Der Protest der Lebensrechtsgruppen richtet sich gegen alle von ihnen als wider die Natur oder Gottgegebenheit verstandenen Eingriffe am Anfang und am Ende des Lebens.cite-ref-michi-knecht-ebd-s-11-23-0[23]
Einige Lebensrechts-Organisationen stĂŒtzen ihre ablehnende Haltung gegen SchwangerschaftsabbrĂŒche auf völkerrechtliche Definitionen der MenschenwĂŒrde.cite-ref-24[24] So sprechen maĂgebliche UN-Konventionen im englischen Originaltext von inhĂ€rentem Recht (engl.: inherent right) auf Leben und nicht wie in der jeweils deutschen Ăbersetzung von angeborenem Recht.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]
Themen der Lebensrechtsbewegung
Schwangerschaftsabbruch
Nach Ansicht der meisten Lebensrechtsorganisationen soll der Schutz des vorgeburtlichen Lebens nicht nur mit Hilfe sozialer MaĂnahmen, etwa durch die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien und Kindern, sondern auch durch Bewusstseinsbildung und rechtliche Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch einschlieĂlich des Strafrechts sichergestellt werden. Ăber die hierzu erforderlichen Schritte und deren Gestaltung gibt es zwischen den einzelnen Gruppierungen unterschiedliche Meinungen. Neben operativen Methoden werden auch medikamentös herbeigefĂŒhrte SchwangerschaftsabbrĂŒche abgelehnt.
Die Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle e. V. (kurz: ALfA e. V.) als gröĂte Lebensrechtsorganisation Deutschlands setzt sich beispielsweise differenziert mit problematischen AusnahmefĂ€llen, wie lebensbedrohlichen UmstĂ€nden der Schwangerschaft fĂŒr die Mutter, nicht gegebener LebensfĂ€higkeit des Kindes und Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung auseinander und sieht Entfernungen von Eileiterschwangerschaften nicht als Abtreibung an.cite-ref-27[27]
Praktiken des Klonens
Die Lebensrechtsbewegung tritt gegen sĂ€mtliche Formen des Klonens und der hierfĂŒr notwendigen biotechnologischen MaĂnahmen, beispielsweise das Herstellen und âVerbrauchenâ menschlicher Embryonen zu medizinischen Zwecken oder die Gewinnung von embryonalen Stammzellen, ein. Auch die Vernichtung âĂŒberzĂ€hligerâ Embryonen aus der In-vitro-Befruchtung wird abgelehnt. Dagegen wird die Forschung mit adulten Stammzellen ausdrĂŒcklich unterstĂŒtzt, da hierfĂŒr lediglich Körperzellen eines geborenen Menschen verwendet werden, ohne dass diesem Menschen dadurch in irgendeiner Form geschadet wird.
PrÀimplantationsdiagnostik und PrÀnataldiagnostik
Die PrĂ€implantationsdiagnostik (PID), bei der im Reagenzglas befruchtete Eizellen vor der Ăbertragung in die GebĂ€rmutter untersucht und bei entsprechendem Krankheitsbefund vernichtet werden, wird von der Lebensrechtsbewegung abgelehnt. Ebenso wird die wĂ€hrend der Schwangerschaft durchgefĂŒhrte PrĂ€nataldiagnostik nur insoweit akzeptiert, als sie dem Wohl von Mutter und Kind diene und nicht zur Selektion erwĂŒnschter Merkmale fĂŒhre. Insbesondere der beispielsweise in Deutschland bei Vorliegen einer medizinisch-sozialen Indikation bis zur Geburt legale SpĂ€tabbruch wird von der Lebensrechtsbewegung unter anderem kritisiert, weil er eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung darstelle.
Sterbehilfe
Darunter verstehen LebensschĂŒtzer insbesondere den Widerstand gegen jegliche Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Allerdings ist die Grenze zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe nicht immer klar zu ziehen. So haben sich Lebensrechtler in den USA und Italien vehement gegen das Abstellen von BeatmungsgerĂ€ten und kĂŒnstlicher ErnĂ€hrung bei jahrelang im Koma liegenden Patienten gewehrt.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29] In der Schweiz streben sie ein Verbot oder zumindest eine restriktivere Regelung der Beihilfe zum Suizid an. Stattdessen fordern Lebensrechtsorganisationen den Ausbau der Palliativmedizin und die Verbesserung der Lebensbedingungen betroffener Menschen und ihrer Angehörigen.
Auch Organtransplantationen von hirntoten Organspendern werden von vielen Lebensrechtlern aufgrund ihrer Zweifel am Hirntodkonzept kritisch gesehen.
Methoden
Rhetorik
Abtreibungsgegner verwenden ein bestimmtes Framing und besetzen Begriffe, um Gesetze und die öffentliche Meinung ĂŒber SchwangerschaftsabbrĂŒche im Sinne der Ziele der Lebensrechtsbewegung zu beeinflussen. Mit der Selbstbeschreibung als âPro Lifeâ (dt. âfĂŒr das Lebenâ) wird suggeriert, dass die BefĂŒrworter der Legalisierung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen âAnti Lifeâ, d. h. âgegen das Lebenâ, sind. Statt Blastozyste, Embryo, Fötus und anderer medizinischer Begriffe zur Beschreibung der verschiedenen Entwicklungsstufen verwenden Aktivisten die Bezeichnung âungeborenes Kindâ oder âdas Lebenâ zusammen mit Adjektiven wie âwehrlosâ. Eine andere Strategie ist es, statt von Frauen von MĂŒttern zu sprechen und âTeilgeburtsabtreibungâ anstelle von âSpĂ€tabtreibungâ zu sagen.cite-ref-andsager-30-0[30]cite-ref-condit-31-0[31]cite-ref-sichtermann-32-0[32]
DarĂŒber hinaus verwenden Lebensrechtsaktivisten Begriffe wie âMordâ im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch und vergleichen Abtreibung mit dem Völkermord an den Juden im Dritten Reich.cite-ref-andsager-30-1[30]cite-ref-condit-31-1[31]cite-ref-sichtermann-32-1[32] Beispielhaft hierfĂŒr sind Formulierungen wie âneuer Holocaustâ oder âdamals: Holocaust â heute: Babycaustâ.cite-ref-33[33] US-amerikanische Lebensrechtsaktivisten vergleichen Schwangerschaftsabbruch auĂerdem mit Sklaverei, eine Analogie, die erstmals von Ronald Reagan im Jahr 1983 hergestellt wurde und seitdem von Republikanern wie Rick Santorum, Mike Huckabee und Michele Bachmann verwendet wird.cite-ref-34[34]cite-ref-guether-35-0[35]cite-ref-coates-36-0[36]cite-ref-condit-31-2[31]
Aufnahmen von Föten
Ein weiteres Mittel ist die Zurschaustellung von stark vergröĂerten Aufnahmen abgetriebener Föten.cite-ref-can-37-0[37]cite-ref-bou-38-0[38]cite-ref-39[39]cite-ref-40[40] Der Fötus wird dabei als ein vom Körper der Mutter und von der Technologie, die fötale Aufnahmen ermöglicht, losgelöster Mensch dargestellt.cite-ref-bou-38-1[38] Die dargestellte UnabhĂ€ngigkeit von der Mutter verstĂ€rkt die Botschaft von Abtreibungsgegnern, dass der Fötus ein autonomes Wesen ist, welches Anspruch auf Rechte unabhĂ€ngig von der schwangeren Frau hat.cite-ref-bou-38-2[38] Abbildungen beschĂ€digter Föten sollen schockieren sowie Abscheu und Ablehnung von Schwangerschaftsabbruch hervorrufen.cite-ref-bou-38-3[38]cite-ref-lau-41-0[41] Dabei verwenden die Aktivisten auch Bilder weit entwickelter Föten, obwohl Abtreibungen nach dem ersten Trimenon selten sind.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] Alternativ stellen Lebensrechtler auch Bilder intakter Föten zur Schau. Hierbei soll nicht mehr schockiert, sondern die emotionale Identifikation zwischen einer schwangeren Frau und einem Fötus gefördert werden.cite-ref-bou-38-4[38]cite-ref-lau-41-1[41]
In mehreren Bundesstaaten der Vereinigten Staaten wurden infolge des Lobbyismus von Abtreibungsgegnern Gesetze verabschiedet, nach denen jede Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen möchte, vorher eine Ultraschalluntersuchung vornehmen und sich die Aufnahmen zeigen lassen muss.cite-ref-san-44-0[44]cite-ref-web-45-0[45]cite-ref-roc-46-0[46]cite-ref-sac-47-0[47] Je nachdem, mit welcher Methode der Fötus frĂŒher abgebildet werden kann, wird entweder eine transvaginale oder abdominale Sonographie durchgefĂŒhrt, fĂŒr die die Frau selbst aufkommen muss, weil die Untersuchung medizinisch unnötig ist und daher nicht von Versicherungen ĂŒbernommen wird.cite-ref-web-45-1[45] Die schwangere Frau erhĂ€lt zusĂ€tzlich zum Ultraschallbild ausfĂŒhrliche verbale Beschreibungen der Aufnahme.cite-ref-roc-46-1[46]cite-ref-sac-47-1[47] Diese Gesetze basieren auf der Annahme, dass Frauen, die das Ultraschallbild sehen, sich gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden werden.cite-ref-san-44-1[44]cite-ref-web-45-2[45] In den Vereinigten Staaten existiert bisher (2010) keine Studie zu den Auswirkungen.cite-ref-sac-47-2[47] Eine 2009 im European Journal of Contraception and Reproductive Health Care erschienene Umfrage aus zwei kanadischen Abtreibungskliniken ergab, dass 86 % der insgesamt 254 Frauen, welche die Aufnahme betrachteten, die Erfahrung als positiv erlebten. Mit zehn Frauen wurden Interviews gefĂŒhrt: Alle empfahlen, dass die Wahl, Ultraschallbilder der Föten zu sehen, jeder Frau vor einer Abtreibung zugestanden werden solle. Keine der Frauen entschied sich gegen den geplanten Schwangerschaftsabbruch.cite-ref-48[48] Da Föten im ersten Trimenon, in dem 90 % der SchwangerschaftsabbrĂŒche in den USA stattfinden, kaum menschliche ZĂŒge aufweisen, finden einige Frauen die Bilder beruhigend.cite-ref-sac-47-3[47]
AktivitÀten
Ăffentliche PrĂ€senz
Lebensrechtsaktivisten versuchen unter anderem durch Teilnahme an der politischen Willensbildung die rechtlichen und sozialen Bedingungen im Sinne der Ziele der Lebensrechtsbewegung zu beeinflussen. Beispielsweise wurden im Jahr 2011 in 14 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten 70 Gesetze verabschiedet, die das Recht auf SchwangerschaftsabbrĂŒche einschrĂ€nken.cite-ref-lancetvsfundis-49-0[49] Dazu gehört z. B. eine Bestimmung in Kansas, die medizinisches Personal dazu verpflichtet, den Fötus gegenĂŒber der Frau als âganzes, selbststĂ€ndiges, einzigartiges, lebendes menschliches Wesenâ zu beschreiben, sowie ein Gesetz in South Dakota, das Frauen dazu verpflichtet, sich vor dem Schwangerschaftsabbruch in Schwangerschaftszentren der Lebensrechtsbewegung beraten zu lassen.cite-ref-lancetvsfundis-49-1[49]cite-ref-50[50]
Hinsichtlich der Methoden, mit denen die unterschiedlichen Gruppen die beschriebenen Ziele zu erreichen versuchen, gibt es eine groĂe Bandbreite innerhalb der Bewegung. In den USA kommen zum Teil auch drastischere Methoden, wie etwa das Blockieren von KrankenhĂ€usern, in denen SchwangerschaftsabbrĂŒche durchgefĂŒhrt werden, zum Einsatz. Die 1986 von Randall Terry gegrĂŒndete Organisation Operation Rescue (âOperation Rettungâ) war eine der ersten Lebensrechtsgruppen in den Vereinigten Staaten, die militante Mittel wie EinschĂŒchterung und körperliche BelĂ€stigung nutzte, um Frauen und Ărzte tage- bis wochenlang am Betreten von Abtreibungskliniken, von den Aktivisten unter anderem als âTötungszentrenâ bezeichnet, zu hindern und sie in âSchwangerschaftsberatungenâ von der Abtreibung abzubringen, die sie als Kindesmord bezeichnen. 1991 blockierten die Aktivisten 46 Tage lang Abtreibungskliniken in Wichita (Kansas).cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]cite-ref-53[53]
Als konkrete Beispiele fĂŒr Aktionen von Abtreibungsgegnern in Deutschland kann man folgende Auflistung nennen:
âą Abtreibungsgegner fĂŒhren sogenannte âGehsteigberatungenâ durch. Sie sprechen schwangere Frauen vor Beratungsstellen wie Pro Familia und Abtreibungskliniken gezielt an und geben ihnen Plastikföten, BroschĂŒren und Flyer mit Abtreibungsbildern.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]
âą In sogenannten âEmbryonenoffensivenâ verteilt der Verein Durchblick e. V. Kunststoff-Modelle von Embryos in der zehnten Schwangerschaftswoche an Haushalte. Die zehnte Schwangerschaftswoche wurde ausgewĂ€hlt, weil laut dem Vorsitzenden des Vereins, Thomas SchĂŒhrer, die meisten Abtreibungen in diesem Entwicklungsstadium des Embryos stattfinden.cite-ref-58[58]cite-ref-59[59]cite-ref-60[60] Laut Destatis werden etwa 80 % der SchwangerschaftsabbrĂŒche vor der zehnten Schwangerschaftswoche vorgenommen.cite-ref-61[61]
âą In mehreren StĂ€dten Europas veranstalten Abtreibungsgegner sogenannte âMĂ€rsche fĂŒr das Lebenâ und â1000-Kreuzeâ-Aktionen. Viele Protestierende tragen weiĂe Kreuze, die auf die Abtreibung von angeblich etwa 1000 Embryonen und Feten pro Tag hinweisen sollen.cite-ref-mfdl1-62-0[62]cite-ref-mfdl2-63-0[63]cite-ref-64[64]cite-ref-65[65] Laut dem statistischen Bundesamt wurden 2012 in Deutschland 106.800 SchwangerschaftsabbrĂŒche gemeldet, weniger als 500 pro Werktag.cite-ref-66[66] Bei solchen ProtestmĂ€rschen kommt es regelmĂ€Ăig zu Gegendemonstrationen und Störungen.cite-ref-mfdl1-62-1[62]cite-ref-mfdl2-63-1[63]cite-ref-67[67]
âą Eine der wichtigsten Organisationen ist HazteOir (CitizenGO auf internationaler Ebene), deren GrĂŒnder Ignacio Arsuaga ist.cite-ref-68[68] Sie wird als eine ultrakonservativecite-ref-69[69] und ultrakatholischecite-ref-70[70] Organisation beschrieben. Sie setzt sich fĂŒr den Schutz der Familie, des Lebens und der Religionsfreiheit ein.cite-ref-71[71]cite-ref-72[72]
Beratungseinrichtungen
Viele Gruppen der Lebensrechtsbewegung sind sozial engagiert, beispielsweise in der Beratung und Betreuung schwangerer Frauen. In Deutschland sind dies beispielsweise der Verein âDie Birkeâ, der Verein "Pro Femina" und die âAktion Lebensrecht fĂŒr Alleâ. In den USA existieren mehrere Tausend sogenannter Crisis Pregnancy Centers (CPC), in denen Lebensrechtsaktivisten schwangeren Frauen von Schwangerschaftsabbruch abraten.cite-ref-baz-73-0[73]cite-ref-74[74]cite-ref-75[75] In Kanada gibt es nach SchĂ€tzungen aus 2008 etwa 200 dieser Zentren und damit mehr als Abtreibungskliniken.cite-ref-smi-76-0[76] Viele CPC in den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich verwenden medizinisch nicht anerkannte Informationen ĂŒber die vermeintlichen gesundheitlichen und psychischen Risiken von SchwangerschaftsabbrĂŒchen.cite-ref-smi-76-1[76]cite-ref-bry1-77-0[77]cite-ref-row-78-0[78]cite-ref-bry2-79-0[79]cite-ref-80[80]cite-ref-81[81] Eine Studie aus dem Jahr 2012 ergab, dass 92 (38 %) von 195 untersuchten Crisis-Pregnancy-Zentren in neun Bundesstaaten der Vereinigten Staaten auf ihren Webseiten medizinische Fehlinformationen verbreiteten, etwa in Form eines behaupteten Zusammenhangs zwischen Schwangerschaftsabbruch und psychischen Störungen (91 Zentren), FrĂŒhgeburt (49 Zentren), Brustkrebs (33 Zentren) und InfertilitĂ€t (14 Zentren).cite-ref-bry2-79-1[79] Laut einer anderen Untersuchung aus demselben Jahr enthielten 31 (86 %) von 36 analysierten Zentren in South Carolina auf ihren Webseiten falsche Informationen, darunter eine angebliche Verbindung von Abtreibung mit âPost-Abortion Stressâ. AuĂerdem ergaben TelefongesprĂ€che und Besuche in den Zentren, die Beratungen ĂŒber Abtreibung und Abtreibungsrisiken anboten, dass Schwangerschaftsabbruch mit psychischen Problemen (26 %), InfertilitĂ€t (26 %) und Brustkrebs (16 %) verknĂŒpft wĂŒrden.cite-ref-bry1-77-1[77] In den USA gab es FĂ€lle von irrefĂŒhrender Werbung durch Crisis-Pregnancy-Zentren. Zum Beispiel annoncierten sie im Branchentelefonbuch verdeckt in der Rubrik der Abtreibungskliniken, um mehr Schwangere, die einen Schwangerschaftsabbruch erwögen, in die CPC zu locken.cite-ref-82[82]cite-ref-83[83]cite-ref-84[84]cite-ref-85[85]cite-ref-86[86] DarĂŒber hinaus engagieren sich einzelne Lebensrechtler auch im sexualethischen Bereich, wobei sie hĂ€ufig christliche Positionen vertreten.
Kontroverse
Wissenschaft
Nach den durch Lebensrechtsaktivisten in den 1990ern verĂŒbten Gewaltakten Ă€nderten Aktivisten ihre Strategie und Rhetorik.cite-ref-jan-87-0[87] Lebensrechtsaktivisten behaupteten nun, dass ein Schwangerschaftsabbruch körperliche und psychische Erkrankungen bei Frauen verursache.cite-ref-baz-73-1[73]cite-ref-jan-87-1[87]cite-ref-dadand-88-0[88]cite-ref-89[89] Dieser Ansatz unterscheidet sich von dem auf den Fötus zentrierten Diskurs, bei dem der abgetriebene Fötus als ermordetes Kind und die Mutter als unmoralische Mörderin dargestellt wird. Mithilfe der auf Frauen zentrierten Strategie sollen Lebensrechtsaktivisten als BeschĂŒtzer statt als Kritiker von Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch in ErwĂ€gung ziehen, neu positioniert werden.cite-ref-can-37-1[37]cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]cite-ref-92[92]
Lebensrechtsaktivisten behaupten unter anderem, dass ein Schwangerschaftsabbruch Brustkrebs und psychische Störungen verursacht.cite-ref-dadand-88-1[88]cite-ref-93[93] Medizinische Vereinigungen wie die Weltgesundheitsorganisation,cite-ref-94[94] der American Congress of Obstetricians and Gynecologists,cite-ref-95[95] das National Cancer Institute,cite-ref-96[96] die American Cancer Societycite-ref-97[97] sowie das Royal College of Obstetricians and Gynaecologistscite-ref-98[98] bestreiten einen kausalen Zusammenhang zwischen SchwangerschaftsabbrĂŒchen und Brustkrebs.
Als Post-Abortion-Syndrom (PAS) bezeichnen Lebensrechtsaktivisten die angeblichen psychischen Störungen infolge eines Schwangerschaftsabbruchs. Dieses wird von keiner medizinischen und psychologischen Vereinigung als Syndrom anerkannt.cite-ref-gricre-99-0[99] Das PAS ist weder in der ICD noch im DSM als Störung klassifiziert. Systematische Ăbersichtsarbeiten der American Psychological Association und des National Health Service haben gezeigt, dass eine einmalige Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate das Risiko fĂŒr die Entwicklung psychischer Störungen nicht erhöht.cite-ref-apa2009-100-0[100]cite-ref-apa2008-101-0[101]cite-ref-102[102] Weitere systematische Ăbersichtsarbeiten kamen zu Ă€hnlichen Ergebnissen.cite-ref-row-78-1[78]cite-ref-gricre-99-1[99]cite-ref-cha2008-103-0[103]cite-ref-rob-104-0[104] Das PAS wurde auch von deutschen Lebensrechtsgruppen wie der Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle auf ihren Internetseiten behauptet.cite-ref-105[105]
Die als Nidationshemmer bezeichneten und von der Lebensrechtsbewegung abgelehnten Mittel zur EmpfĂ€ngnisregelung wirken nach gegenwĂ€rtiger wissenschaftlicher Auffassung vorwiegend durch eine Verhinderung des Eisprungs, BeeintrĂ€chtigung des Transports der Eizelle im Eileiter sowie BeeintrĂ€chtigung der Beweglichkeit der Spermien.cite-ref-106[106] Es ist auch argumentiert worden, dass die von der Lebensrechtsbewegung propagierten natĂŒrlichen Methoden der EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung, wie etwa die symptothermale Methode, fĂŒr eine weitaus gröĂere Anzahl âvernichteter Embryonenâ sorgen wĂŒrden als die von der Lebensrechtsbewegung gegenwĂ€rtig kritisierten VerhĂŒtungsmittel.cite-ref-107[107]
Gesellschaft
Das menschliche Leben findet nach Ansicht der Lebensrechtsbewegung mit dem natĂŒrlichen Tod sein Ende. Kritiker bemĂ€ngeln, es sei unklar, was unter dem Begriff ânatĂŒrlicher Todâ zu verstehen sei. So bezeichnet der Schweizer Bundesrat in seiner Botschaft zur Volksinitiative âfĂŒr das Recht auf Lebenâ diese Definition vom Ende des Lebens als fragwĂŒrdig, unbestimmt und wissenschaftlich unrichtig.cite-ref-108[108]
Vergleiche von Abtreibungen mit Mord, dem Holocaust und Sklaverei werden als irrefĂŒhrend und verharmlosend kritisiert.cite-ref-guether-35-1[35]cite-ref-coates-36-1[36]cite-ref-109[109]cite-ref-110[110] In Deutschland ist die indizierte Webseite babycaust.de ein Beispiel hierfĂŒr. Einige Organisationen und BefĂŒrworter der Lebensrechtsbewegung distanzieren sich jedoch von derartigen Methoden. So kritisiert Alexandra Maria Linder als Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht e. V. (BVL), dem gröĂten deutschen Dachverband der Bewegung, babycaust.de in einer Diskussion der Stern-DISKUTHEK.cite-ref-111[111] Der babycaust.de-Betreiber, die âInitiative Nie wiederâ ist auĂerdem kein Mitglied im BVL.cite-ref-0-112-0[112] Das christliche Medienmagazin PRO, dass sich offen fĂŒr die Ziele der Lebensrechtsbewegung ausspricht, bezeichnet die Webseite babycaust.de als âso radikal, dass man sie nur ablehnen kann.âcite-ref-113[113] Als die deutsche Zentrumspartei in einem Flugblatt mit Bezug zum Thema Lebensschutz und der Aufschrift âAbtreibung macht freiâ SchwangerschaftsabbrĂŒche mit dem Holocaust verglich kritisierten sowohl der BVL, als auch die offen Pro-Life gerichtete Deutsche Evangelische Allianz die Aktion. Der BVL betonte, dass derartige Standpunkte nicht mit der seriösen Lebensrechtsbewegung in Deutschland vereinbar seien.cite-ref-114[114]cite-ref-115[115]
Kritiker stellen die GlaubwĂŒrdigkeit der Lebensrechtsbewegung und der von ihr vertretenen Lebensschutz-Philosophie unter Hinweis auf deren mangelhaftes Engagement gegen die Todesstrafe, fĂŒr schĂ€rfere Waffengesetze und Organisationen wie Planned Parenthood in Fragecite-ref-116[116] und argumentieren, dass SchwangerschaftsabbrĂŒche in manchen Situationen notwendig seien, um das Leben schwangerer Frauen zu retten. Solche SchwangerschaftsabbrĂŒche seien in diesem Sinne auch âpro-lifeâ.cite-ref-117[117]
Insbesondere von feministischer Seite wird LebensschĂŒtzern vorgeworfen, sie wĂŒrden dem ungeborenen Leben den Vorrang geben und Frauen zum Objekt degradieren.cite-ref-118[118] Sie kĂŒmmerten sich lieber um das ungeborene als um das geborene Leben. Eine Studie ergab, dass es Kindern in Staaten mit strikter Abtreibungspolitik in puncto Gesundheit und Wohlergehen schlechter geht als Kindern in Staaten mit liberalen Regelungen fĂŒr SchwangerschaftsabbrĂŒchen.cite-ref-119[119] Ungewollte und unerwĂŒnschte Kinder, die unter unmenschlichen Bedingungen aufwachsen mĂŒssen, seien der Lebensrechtsbewegung demnach ebenso egal wie ĂŒberforderte und unwillige MĂŒtter. LebensschĂŒtzer weisen diese Kritik mit dem Argument zurĂŒck, gerade sie seien in Vereinen tĂ€tig, die hilfsbedĂŒrftigen MĂŒttern unter die Arme greifen und sich fĂŒr eine Verbesserung der Möglichkeiten fĂŒr MĂŒtter einsetzen, um ihnen ein Leben mit Kind zu ermöglichen. Allerdings haben sich Lebensrechtler verschiedentlich gegen MaĂnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z. B. Kindertagesbetreuung) eingesetzt, da sie ein traditionelles Familienbild vertreten.cite-ref-120[120]cite-ref-121[121] Kritiker bezeichnen den Standpunkt von Lebensrechtsaktivisten als widersprĂŒchlich. Einerseits engagieren sich LebensschĂŒtzer fĂŒr das Leben von Föten, andererseits fordern sie KĂŒrzungen von Medicaid-Programmen wie dem Childrenâs Health Insurance Program, welches Millionen von bedĂŒrftigen Kindern in Amerika mit Versicherungsschutz versorgt.cite-ref-122[122]
Kritisiert wird auch, dass die Lebensrechtsbewegung die Diskussion um die Rechte von Frau und Fötus emotionalisiert habe, indem sie mit Bildern von Föten und Filmen wie Der stumme Schrei und Unplanned, mit eigenen Radio- und Fernsehsendungen den Zugang zur Massenkultur eröffnet habe. Das habe eine nachhaltige Verschiebung der Wahrnehmung von Schwangerschaft eingeleitet, die die Frau zu einem âBehĂ€lterâ eines mit Rechten, Persönlichkeitsmerkmalen und SchutzansprĂŒchen ausgestatteten Embryos degradiert habe.cite-ref-sind-f-ten-menschen-123-0[123] Monika Frommel fĂŒhrt aus, dass alle modernen Rechtskulturen dasselbe Ziel anstrebten: âeine praktische Konkordanz von Lebensschutz auf der einen und Achtung der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Frau auf der anderen Seite.â Das ungeborene Kind werde mit der Frau geschĂŒtzt, nicht gegen sie und nicht gegen ihren Willen.cite-ref-124[124]
Im Jahr 2018 zeigt das Autorenkollektiv Eike Sanders, Kirsten Achtelik und Ulli Jentsch in ihrem Buch Kulturkampf und Gewissen, dass einige Teile der Lebensrechtaktivisten oft mit rechtspopulistischen Parteien zusammen arbeiteten: âDie 'Lebensschutz'-Bewegung befindet sich [âŠ] in Ăbereinstimmung mit denjenigen Teilen der extremen Rechten, die einen Kulturkampf von rechts gegen die angebliche »Islamisierung Europas« fĂŒhren â welchen die Alternative fĂŒr Deutschland (AfD) ebenso beschwört wie die Pegida-Bewegung â oder den 'culture wars', die von der Trump-Administration und ihren Sympathisant*innen gefĂŒhrt werden. Indem die 'Lebensschutz'-Bewegung sich an die heutigen VerhĂ€ltnisse anpasst, will sie auch vom rechten Aufschwung profitieren und der SĂ€kularisierung der Gesellschaft neu begegnen: Einerseits stilisiert sie Christ*innen als bedrohte und damit als schĂŒtzenswerte Minderheit und delegitimiert Kritik an ihnen; andererseits werden parallel naturwissenschaftliche, medizinethische und juristische Argumentationen und Strategien betont.âcite-ref-125[125]
Denunziation
Im Januar 2013 wurde bekannt, dass in Köln eine Privatdetektivin im Auftrag von radikalen LebensschĂŒtzern katholische Kliniken bzw. ihre Notfallambulanzen aufgesucht hatte. Sie hatte um die âPille danachâ gebeten und Einrichtungen, die ihren Wunsch erfĂŒllten, beim Erzbistum Köln denunziert.cite-ref-126[126] Organisiert wurde die Aktion von ProLife-Mitgliedern, finanziert wurde sie von der Wiesbadener Krankenkasse BKK IHV im Rahmen eines damals noch bestehenden Vertrags mit ProLife.cite-ref-127[127] Im Internetportal gloria.tv wurden âin denunziatorischem Duktusâcite-ref-faz-128-0[128] die Namen der behandelnden Ărzte genannt. In der Folge wurden zwei Vergewaltigungsopfern in katholischen KrankenhĂ€usern Behandlung und Beweissicherung verweigert.cite-ref-129[129]
Im Konflikt um die Vergabe der âPille danachâ an katholischen KrankenhĂ€usern schlossen sich die Bischöfe in Nordrhein-Westfalen einer ErklĂ€rung des Erzbistums Köln an, wonach das Angebot einer âPille danachâ Teil der Behandlung von Frauen nach einer Vergewaltigung sein könne.cite-ref-130[130] Daraufhin zeigte die englischsprachige Version von gloria.tv mehrere Bischöfe in einer Montage mit Hakenkreuzen.cite-ref-131[131]
Gewalt
Angriffe auf Abtreibungskliniken und medizinisches Personal werden vom Federal Bureau of Investigationcite-ref-132[132] und dem Canadian Security Intelligence Servicecite-ref-133[133] als inlĂ€ndischer, âsingle issueâ Terrorismus definiert. Solche Gewalt wird in akademischen Arbeiten auch als beschrĂ€nkt politisch motivierter Terrorismus beschrieben.cite-ref-134[134]cite-ref-135[135]cite-ref-jacroy-136-0[136]
Insbesondere in den USA versucht eine radikale Minderheit von Abtreibungsgegnern seit den 1970er Jahren ihre Ziele durch kriminelle Aktionen wie BombenanschlĂ€ge, Mord und Mordversuche an Ărzten sowie Belagerung und BelĂ€stigung der Patientinnen von Familienplanungszentren zu erreichen.cite-ref-137[137] Statistische Angaben ĂŒber das AusmaĂ und die Einordnung der Gewalttaten schwanken. Nach Angaben des amerikanischen Verbands der Abtreibungs-Anbieter, der National Abortion Federation, wurden in diesem Zusammenhang in den USA und Kanada zwischen 1977 und 2009 acht Menschen ermordet. Es gab 17 Mordversuche, 41 Bombenattentate und 175 Brandstiftungen.cite-ref-138[138] Nach Angaben einer Studie aus 2011 wurden zwischen 1973 und 2003 in den Vereinigten Staaten ĂŒber 300 Akte extremer Gewalt einschlieĂlich Brandstiftung, Bombenattentate, Mordversuche und Angriffe mit ButtersĂ€ure gegen Abtreibungsanbieter verĂŒbt.cite-ref-jacroy-136-1[136]
Die National Coalition for Life and Peace hat derartige Aktionen öffentlich verurteilt und distanzierte sich von jeglicher Form von Gewalt.cite-ref-139[139]
Siehe auch
âą Margarete von CittĂ di Castello. Sie gilt als Patronin fĂŒr ungewollte Kinder und der Lebensrechtsbewegung.
Literatur
âą Michael Thomas Kiworr: Neun Monate bis zur Geburt : Fakten und Bilder. Bernardus, Aachen 2016, ISBN 978-3-8107-0251-7, S. 192.
âą Norbert Arnold (Hrsg.): Biowissenschaften und Lebensschutz : der schwierige Dialog zwischen Wissenschaft und Kirche. Herder, Freiburg 2015, ISBN 978-3-451-31328-8, S. 301.
âą Manfred Balkenohl (Herausgeber), Roland Rösler: Handbuch fĂŒr Lebensschutz und Lebensrecht, Bonifatius, Paderborn 2010, ISBN 978-3-89710-451-8, S. 683.
âą Hans Reis (Hrsg.): Lexikon Familie : mehrdeutige und umstrittene Begriffe zu Familie, Leben und ethischen Fragen. Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76322-8, S. 817 (Originaltitel: Lexicon â Termini ambigui e discussi su famiglia vita e questioni etiche.).
âą K. Cassidy: âThe right to life movement: sources, development, and strategies.â In: J Policy Hist. 1995;7(1):128â59. PMID 12346342
âą Michi Knecht: Zwischen Religion, Biologie und Politik. Eine kulturanthropologische Analyse der Lebensschutzbewegung, LIT Verlag, Berlin-MĂŒnster-Wien-ZĂŒrich-London 2006, ISBN 978-3-8258-7007-2
âą Linda Gordon: Entscheidungsfreiheit versus âpro-Lifeâ. Der politische Kampf um die Reproduktionsrechte in den USA. In: Gudrun Wolfgruber et al. (Hrsg.): Kinder kriegen â Kinder haben. Analysen im Spannungsfeld zwischen staatlichen Politiken und privaten LebensentwĂŒrfen, Studienverlag, Innsbruck u. a. 2007, ISBN 978-3-7065-4073-5, S. 77â107
âą Oda Lambrecht, Christian Baars: Mission Gottesreich â Fundamentalistische Christen in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-86153-566-9
âą Barbara Duden: Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom MiĂbrauch des Begriffs Leben, Mabuse Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-938304-76-1 (Neuauflage mit aktualisiertem Vorwort, erste Auflage 1991 bei Luchterhand)
⹠Eike Sanders, Kirsten Achtelik, Ulli Jentsch: Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der »Lebensschutz«-Bewegung. Verbrecher Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-95732-327-9, S. 159.
âą Mathias v. Gersdorff, Der Kampf ums Leben: Abtreibungslobby contra Lebensrechtler, 2012
⹠Manfred Spieker: Kirche und Abtreibung in Deutschland : Ursachen und Verlauf eines Konfliktes. 2. Auflage. Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-78622-7, S. 291.
âą Mini Knecht: Zwischen Religion, Biologie und Politik : eine kulturanthropologische Analyse der Lebensschutzbewegung. Lit, Berlin 2000, ISBN 978-3-8258-7007-2, S. 322.
Weblinks
Commons
: Lebensrechtsbewegung
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Bericht aus âNuova Abortiaâ Die Zeit 10. MĂ€rz 1972
âą Inga Kröger, Nienke van Olst, Reiner Klingholz. Das Ende der AufklĂ€rung. Der internationale Widerstand gegen das Recht auf Familienplanung. Dossier des Berlin-Institut fĂŒr Bevölkerung und Entwicklung (PDF, 16,5 MB)
âą Web-Adressen von Pro-Life-Organisationen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Zentral ist nicht nur der Versuch, eine soziale Ăchtung durchzusetzen, sondern auch die konsequente Umsetzung eines generellen Verbots unter hohen Strafen nicht nur der betroffenen Frauen, sondern auch der die Abtreibungen durchfĂŒhrenden Ărzteschaft; und zwar auch bei Vergewaltigungen oder wenn von Anfang an klar ist, dass die Mutter ihren Mutterpflichten gar nicht nachkommen kann.
cite-note-schirrmacher-22. â Thomas Schirrmacher: Abtreibung â Euthanasie â Bioethik-Konvention: Bedrohung fĂŒr Menschenrechte in Europa (Memento vom 18. Februar 2006 im Internet Archive). In: Professorenforum-Journal 2002. Bd. 3, Nr. 2, S. 23, 26.
cite-note-33. â pro-life, adj. In: Oxford English Dictionary, 3. Auflage, Juni 2007. Abgerufen am 18. MĂ€rz 2013: âorig. U.S. Opposed to induced abortion; (also occas.) opposed to euthanasia.â
cite-note-44. â Pro-life. In: Merriam-Webster Online. Abgerufen am 2. April 2013.
cite-note-55. â William Safire: Dead-on in origin of the term âpro lifeâ. In: Ocala Star-Banner, 15. September 1990.
cite-note-66. â Gisa Bauer: Die Anti-Baby-Pille und die Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren: Debatten, Diskurse und Emotionen. In: Mitteilungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Band 12, 2018, S. 41â66, hier S. 57 f.
cite-note-77. â Michi Knecht: Zwischen Religion, Biologie und Politik: Eine kulturanthropologische Analyse der Lebensschutzbewegung. LIT Verlag, Berlin-MĂŒnster-Wien-ZĂŒrich-London 2006, ISBN 978-3-8258-7007-2, S. 154 f.
cite-note-88. â Michi Knecht, ebd. S. 166, S. 192.
cite-note-99. â Anne-Marie Rey: Die Erzengelmacherin â das 30-jĂ€hrige Ringen um die Fristenregelung. Xanthippe, ZĂŒrich 2007, ISBN 978-3-905795-02-8, S. 100 f.
cite-note-1010. â Michi Knecht, ebd. S. 146 f.
cite-note-1111. â Silke Kettelhake: Ein Besuch bei Profamilia, bei der Caritas und bei kaleb e. V. Fluter â Magazin der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 23. September 2009.
cite-note-1212. â Volksabstimmung vom 2. Juni 2002
cite-note-1313. â Urteil des Bundesverfassungsgerichts: 1 BvR 1745/06. 8. Juni 2010, abgerufen am 11. Dezember 2025.
cite-note-1414. â Freie MeinungsĂ€uĂerung: Abtreibungsprotest erlaubt. In: n-tv.de. 29. Juni 2010, abgerufen am 11. Dezember 2025.
cite-note-1515. â Abtreibung bleibt verboten. In: Der Standard. 18. September 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025.
cite-note-1616. â Michi Knecht: Zwischen Religion, Biologie und Politik: Eine kulturanthropologische Analyse der Lebensschutzbewegung, LIT Verlag, Berlin-MĂŒnster-Wien-ZĂŒrich-London 2006, ISBN 978-3-8258-7007-2, S. 155.
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cite-note-michi-knecht-ebd-s-11-2323. â Michi Knecht, ebd. S. 11.
cite-note-2424. â Abtreibung | Das solltest du zum Abbruch wissen | ALfA. In: Die Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (deutsch).
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cite-note-2626. â United Nations (Hrsg.): United Nations Convention on the Rights of Persons with Disabilities. Artikel 10: Right to Life, 2006.
cite-note-2727. â Abtreibung | Das solltest du zum Abbruch wissen | ALfA. In: Die Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (deutsch).
cite-note-2828. â Fall Eluana Englaro (Memento vom 29. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF; 167 kB)
cite-note-andsager-3030. â JL Andsager: How Interest Groups Attempt to Shape Public Opinion with Competing New Frames. In: Journalism and Mass Communication Quarterly. 77, Nr. 3, Herbst 2000, S. 577â592, doi:10.1177/107769900007700308.
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